Der letzte Teil der Serie widmet sich der SPD, deren Drogenbeauftragte Sabine Bätzing mit Ihren Forderungen nach einer Alkoholsteuer und Werbeverboten für alkoholische Getränke in den vergangenen Monaten massive Proteste der Weinwirtschaft provozierte.
Im Blog von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier finde ich auf Anhieb einen aktuellen Eintrag zum Thema Wein, der sich dazu recht lustig liest: “21.08.2009. Heute Abend bin ich im Weinberg. Ich besuche das nördlichste Rotweinanbaugebiet in Deutschland, das an der Ahr liegt (…) Ich freue mich darauf, dass auch Kurt Beck dazukommt (…) Zurück zum Wein: Bei meiner Sommerreise hatte ich berichtet, wie Bionade sich mit einer guten Idee neu erfunden hat, als das alte Brauerei-Modell nichts mehr abwarf. Auch deutsche Winzer können in den letzten Jahren eine solche Erfolgsgeschichte erzählen: einst als Zuckerwasser verspottet, ist deutscher Wein heute ein globales Trend-Getränk. Auch auf mancher Tafel von Staats- und Regierungschefs habe ich leckeren Riesling getrunken. Aber ich bin nicht nur begeisterter Wein-Trinker, sondern mich beeindruckt, dass unsere heimischen Weinberge und Reben zum Teil hunderte Jahre alt sind und – bedingt durch ihre Hanglage – nur in Handarbeit gepflegt und geerntet werden können. Ich bin sicher, dass wir heute Abend gemeinsam ein Gläschen trinken werden. Aber davon berichte ich dann morgen …”

Hat er aber leider nicht, ob Ihm da Genossin Sabine Bätzing gerade noch rechtzeitig auf die Finger geklopft hat?
Brandaktuell scheint sich die SPD von ihrer bisher skeptischen bis ablehnenden Haltung gegenüber der grünen Gentechnik zu verabschieden. Der SPD-Schattenlandwirtschaftsminister und Experte für Agrarpolitik, Udo Folgart, hat sich nach einem heute veröffentlichten Artikel in der taz dafür ausgesprochen, Landwirten den Anbau der BASF-Genkartoffel Amflora zu ermöglichen, ebenso will er den Bau riesiger “Tierproduktionsanlagen” fördern. Udo Folgart ist laut taz Geschäftsführer der Agro-Glien GmbH, einem Betrieb in Brandenburg mit über 1.200 Hektar Land und 220 Kühen, der jährlich knapp 300.000 Euro Subventionen aus EU-Töpfen erhält. Zudem ist er Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes. Das sind durchaus aufschlussreiche Fakten.
Als Kontrast ein kleiner Auszug aus dem Wahlprogramm der SPD: “In der EU wollen wir weg von der Subventionspolitik landwirtschaftlicher Produktion mit der Gießkanne und hin zu einer Umwidmung dieser Mittel für die Unterstützung der Entwicklung ländlicher Regionen und die Erbringung gesellschaftlich gewünschter Leistungen wie Gewässerschutz, Offenhaltung der Kulturlandschaften und Sicherung der Erholungsräume. Wir sind für klare Leitplanken zur nachhaltigen natur- und umweltschonenden Produktion. Wir wollen die biologische Vielfalt erhalten, Böden und Wasser schützen.” Aha!
Mein Senf darauf: Das die SPD Profilierungsprobleme hat, ist hinlänglich bekannt. Das hin und her in Sachen Gentechnik und Drogenpolitik betoniert diesen Umstand. Oh SPD, wohin?