Archiv für ‘Weinwelt’


Veröffentlicht am 10. Oktober 2009

Wir sind Weinprinzessin

Als Wahl-Badener gratuliere ich Isabell Kindle aus Kippenheim zum Titel der Deutschen Weinprinzessin. Sie steht zusammen mit Christl Schäfer der frisch gekürten Weinkönigin Sonja Christ von der Mosel zur Seite. Auf rund 250 Terminen im In- und Ausland heisst es nun ein Jahr lang: Repräsentieren und Lächeln, Repräsentieren und Lächeln… der Schreiber wünscht viel Vergnügen und Erfolg auf dieser Ochsentour.

Veröffentlicht am 8. Oktober 2009

Prozess um Zerstörung gentechnisch veränderter Reben im Elsass

In einem aktuell im elssäsischen Colmar laufendem Prozess steht ein Biologe vor Gericht, der vor einem Monat 70 gentechnisch veränderte Reben zerstörte. Er wollte mit der Aktion die öffentliche Diskussion über die Risiken der Gentechnik anregen.

Dem landwirtschaftlichen Forschungsinstitut in Colmar ist allerdings wegen eines Formfehlers nachträglich die Genehmigung für den Freilandversuch aberkannt worden. So wird erwartet, dass der Aktivist mit einer milden Strafe davonkommt.

Das Forschungsprojekt galt dem Virus, der die Reisigkrankheit bei Reben verursacht. Naturschützer und Weinbauern, wie der Biowinzer Jean-Pierre Frick aus Pfaffenheim wandten sich gegen das Forschungsprojekt, da der Nutzen für die Winzer fraglich ist und die Risiken für die Umwelt unkalkulierbar seien.

via Badische Zeitung

Veröffentlicht am 2. Oktober 2009

Filmtipp: Es kommt der Tag

Eine untergetauchte Ex-Terroristin lebt mit neuem Namen und neuer Familie ein bürgerliches Leben als Winzerin im Elsass. Als ihre vor 30 Jahren im Stich gelassene Tochter sie ausfindig macht kommt es zu einem dramatischen Konflikt um Ideale, Schuld, Rache und Vergebung.

Als ich vor zwei Tagen in der Kulturzeit Ausschnitte aus dem Film sah, schien mir die Landschaft der Drehorte sehr vertraut. Kein Wunder, ist der Film doch im Elsass, im Markgräflerland, in Freiburg und am Kaiserstuhl gedreht worden. Da die Kritik die deutsch-französische Produktion mit Vorschusslorbeeren überhäuft, habe ich mir den Streifen gleich am gestrigen Kinostart angesehen.


Foto: Zorro Film / Filmpresse Meuser

Ort der Handlung ist ein Weingut im Elsass, in dieser Beziehung ist es dem Film sehr dienlich, dass auf gängige Klischees, insbesondere derer von romantischer Natur, gänzlich verzichtet wird. Hier lebt die ehemalige Terroristin Judith mit Mann und zwei jugendlichen Kindern ein arbeitsreiches wie bürgerliches Leben, aufgebaut aus Halbwahrheiten und mit der Angst, sich der Vergangenheit zu stellen. Bis zu dem Tag, als die verstoßene Tochter auf dem Hof erscheint und dieses Konstrukt brutal zum Einstürzen bringt…

Das großartige Ensemble, besonders die angenehm ungeschminkte Iris Berben und ihre Filmtochter Katharina Schüttler, überzeugt in diesem emotional extrem aufgeladenen Drama um Ideale, Schuld und Vergebung. Es kommt der Tag ist schwerer Stoff, hervorragend inszeniert, fotografiert und geschnitten. Auf mich wirkte das Werk von Regisseurin und Drehbuchautorin Susanne Schneider intensiv und teilweise sogar beklemmend, da es Berührungspunkte zu meiner eigenen Familiengeschichte gibt. Der Trailer zum Film kann hier abgerufen werden.

Veröffentlicht am 29. September 2009

Die badischen Genossen trotzen der Krise

Badischer Wein und insbesondere der Schaumwein werden weiterhin gut nachgefragt. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 0,7 Prozent auf 256 Millionen Euro. Der Erlös je Liter badischen Weins erhöhte sich im Schnitt von 3,05 auf 3,10 Euro. Das durchschnittliche Einkommen der Winzer lag bei 10.300 Euro je Hektar.

In Oberbergen stellte Gerhard Roßwog, Präsident des baden-württembergischen Genossenschaftsverbandes, die die aktuellen Zahlen vor: “Die Wirtschaftskrise ist bislang spurlos an den badischen Winzergenossenschaften vorbeigegangen”. Die Betriebe, die mehr als 70 Prozent der badischen Weine vermarkten, konnten im jüngsten Geschäftsjahr 86,8 Millionen Liter Wein absetzen. Dies waren zwar 2,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, da die Erlöse jedoch leicht stiegen, konnte das leichte Umsatzplus verbucht werden.

Beim badischen Sekt und Perlwein sehen die Zahlen deutlich besser aus. 3,3 Millionen verkaufte Flaschen entsprechen einer Zunahme von 4,7 Prozent, der Umsatz legte hier immerhin um 5,2 Prozent auf 14,3 Millionen Euro zu.

Die Discounter und der klassische Lebensmittelhandel bleiben die mit Abstand wichtigsten Kunden für Badens Genossenschaften, jede fünfte Flasche ging über die Direktvermarktung an die Konsumenten. Dieser Vertriebsweg soll laut Roßwog weiter ausbaut werden, da hier die höchsten Preise zu erzielen sind.

via Badische Zeitung

Veröffentlicht am 21. September 2009

Jungwinzerin des Jahres ist…

…Franziska Schätzle vom Weingut Gregor & Thomas Schätzle aus Schelingen am Kaiserstuhl. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat diese Auszeichnung zum vierten Mal vergeben. Via Badische Zeitung.

Veröffentlicht am 27. August 2009

Der Wahlkampf und der Wein - Teil 5: SPD

Der letzte Teil der Serie widmet sich der SPD, deren Drogenbeauftragte Sabine Bätzing mit Ihren Forderungen nach einer Alkoholsteuer und Werbeverboten für alkoholische Getränke in den vergangenen Monaten massive Proteste der Weinwirtschaft provozierte.

Im Blog von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier finde ich auf Anhieb einen aktuellen Eintrag zum Thema Wein, der sich dazu recht lustig liest: “21.08.2009. Heute Abend bin ich im Weinberg. Ich besuche das nördlichste Rotweinanbaugebiet in Deutschland, das an der Ahr liegt (…) Ich freue mich darauf, dass auch Kurt Beck dazukommt (…) Zurück zum Wein: Bei meiner Sommerreise hatte ich berichtet, wie Bionade sich mit einer guten Idee neu erfunden hat, als das alte Brauerei-Modell nichts mehr abwarf. Auch deutsche Winzer können in den letzten Jahren eine solche Erfolgsgeschichte erzählen: einst als Zuckerwasser verspottet, ist deutscher Wein heute ein globales Trend-Getränk. Auch auf mancher Tafel von Staats- und Regierungschefs habe ich leckeren Riesling getrunken. Aber ich bin nicht nur begeisterter Wein-Trinker, sondern mich beeindruckt, dass unsere heimischen Weinberge und Reben zum Teil hunderte Jahre alt sind und – bedingt durch ihre Hanglage – nur in Handarbeit gepflegt und geerntet werden können. Ich bin sicher, dass wir heute Abend gemeinsam ein Gläschen trinken werden. Aber davon berichte ich dann morgen …”

Hat er aber leider nicht, ob Ihm da Genossin Sabine Bätzing gerade noch rechtzeitig auf die Finger geklopft hat?

Brandaktuell scheint sich die SPD von ihrer bisher skeptischen bis ablehnenden Haltung gegenüber der grünen Gentechnik zu verabschieden. Der SPD-Schattenlandwirtschaftsminister und Experte für Agrarpolitik, Udo Folgart, hat sich nach einem heute veröffentlichten Artikel in der taz dafür ausgesprochen, Landwirten den Anbau der BASF-Genkartoffel Amflora zu ermöglichen, ebenso will er den Bau riesiger “Tierproduktionsanlagen” fördern. Udo Folgart ist laut taz Geschäftsführer der Agro-Glien GmbH, einem Betrieb in Brandenburg mit über 1.200 Hektar Land und 220 Kühen, der jährlich knapp 300.000 Euro Subventionen aus EU-Töpfen erhält. Zudem ist er Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes. Das sind durchaus aufschlussreiche Fakten.

Als Kontrast ein kleiner Auszug aus dem Wahlprogramm der SPD: “In der EU wollen wir weg von der Subventionspolitik landwirtschaftlicher Produktion mit der Gießkanne und hin zu einer Umwidmung dieser Mittel für die Unterstützung der Entwicklung ländlicher Regionen und die Erbringung gesellschaftlich gewünschter Leistungen wie Gewässerschutz, Offenhaltung der Kulturlandschaften und Sicherung der Erholungsräume. Wir sind für klare Leitplanken zur nachhaltigen natur- und umweltschonenden Produktion. Wir wollen die biologische Vielfalt erhalten, Böden und Wasser schützen.” Aha!

Mein Senf darauf: Das die SPD Profilierungsprobleme hat, ist hinlänglich bekannt. Das hin und her in Sachen Gentechnik und Drogenpolitik betoniert diesen Umstand. Oh SPD, wohin?

Veröffentlicht am 14. August 2009

Winzer reichen Klage gegen die Zwangsabgabe zum Deutschen Weinfond ein

Gegen die Zwangsabgabe zum Deutschen Weinfond, aus dem sich das Deutsche Weininstitut (DWI), die Deutsche Weinakademie (DWA) und die Weinwerbe GmbH nähren, haben acht Winzer nun Klage eingereicht.

Zu den Klägern zählt auch der badische Winzer Karl Biehler. Alle Kläger werden vom Anwalt Carsten Bittner vertreten, der im Februar mit einer erfolgreichen Klage vor dem Bundesverfassungsgericht die landwirtschaftliche Marketinggesellschaft CMA zu Fall gebracht hat, die sich ebenfalls mit einer Zwangsabgabe finanzierte. Mit diesem Schritt dürfte die Zukunft der Zwangsabgabe und des Deutschen Weinfonds ungewiss sein. Mein Senf darauf: “Und sie sägten fröhlich an den Ästen, auf denen sie saßen.”

Via Badische Zeitung

Veröffentlicht am 14. August 2009

Plörre-TV

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