Veröffentlicht am 18. November 2009
Wohin?

Jedes Ende ein Neubeginn
stets ist alles vereint
so streb ich dem Himmel entgegen
verwurzelt im irdischen Stein
Ganz nackt, ahnungslos
ein Treibgut im Seelenmeer
tanzend auf Wellen
von Liebe und Leid

Jedes Ende ein Neubeginn
stets ist alles vereint
so streb ich dem Himmel entgegen
verwurzelt im irdischen Stein
Ganz nackt, ahnungslos
ein Treibgut im Seelenmeer
tanzend auf Wellen
von Liebe und Leid
Die Reben im Markgräflerland verabschieden sich farbenfroh in die Winterruhe. Väterchen Frost klopft an die Tür und wird die empfindlichen Pflanzen über Nacht entlauben. Also höchste Zeit, das Schauspiel mit der Kamera einzufangen!


Die Reben im Markgräflerland sind der durchschnittlichen Entwicklung etwa 10 Tage voraus und zeigen sich in gepflegten Anlagen bei guter Gesundheit. Einzig der früh reifende Müller-Thurgau ist partiell mit Botrytis befallen, meldet Weinbauberater Hansjörg Stücklin in seiner aktuellen Weinbauinfo. Den Lesebeginn bei Müller-Thurgau erwartet Stücklin bereits Mitte September. Große Sorgen bereitet das seit einigen Jahren verstärkte Auftreten der Reblaus in Südbaden.

Der Blaue Spätburgunder ist in den guten Lagen bereits durchgefärbt, an schattigeren Plätzen bieten dagegen einige Trauben noch ein nuancenreiches Farbenspiel. Die Ernte des Spätburgunders beginnt in der Regel vier Wochen nach der Müller-Thurgau-Lese, dieses Jahr also etwa Mitte Oktober.

Die Abschlussspritzungen der Winzer sind jetzt durchgeführt, da für die meisten Pflanzenschutzmittel lange Wartezeiten gesetzlich vorgeschrieben sind. So müssen selbst Biowinzer mindestens 35 Tage (Wartezeit für Kupferpräparate) vor der Ernte ihre Pflanzenschutzmittel ausgebracht haben. So ist in den Weinbergen nun Sommerruhe eingekehrt und die Spinnen können ungestört ihre Netze weben.
Das Rebwachstum in Südbaden schreitet ob der andauernden warmen Witterung weiter in Formel-Eins-Tempo fort. Manche Triebe zeigen sich schon im “Fünf-Blatt-Stadium”, selbst die Fruchtansätze sind teilweise schon zu erkennen.

Das Insektenleben ist voll erwacht. Es surrt, krabbelt, flirrt, brummt und schleicht im Weinberg. Eine Spinne saugt im Schutze eines Rebtriebs in aller Ruhe ihr Opfer aus.

Auf alten Rebstöcken gedeihen farbenprächtige Pilze und Moose.

Ein Methusalix gewährt gar einen Durchblick.

Im Colombipark, mitten in der Innenstadt von Freiburg, sind die Reben auf dem Weinlehrpfad dank der geschützten Lage schon erheblich weiter im Wachstum fortgeschritten. Die Gescheine sind deutlich sichtbar.

Dieses Rebspalier im Colombipark wird schon sehr bald Schatten spenden.

Das sonnige Winterwetter animierte mich heute zum zeitweiligen Verlassen des Bürostuhls und zu einer Exkursion in den nahen Weinberg. Mit einer Ausbeute von knapp 50 Fotos, frischer Energie und kalter Nase kehrte ich zurück an meinen gut beheizten, aber einsamen Arbeitsplatz.

Dieses Netz woben nicht hungrige Spinnen, sondern fleißige Winzer. Der Winter und der Rebschnitt gibt nun den Blick frei auf ein Geflecht von Drähten, das den hurtig rankenden Reben im Sommer den nötigen Halt für die hier übliche Flachbogenerziehung gibt.
Vinissimus Robert initiierte Ende des vergangenen Jahres einen Kalender der Weinblogger. Nun ist das gute Werk fertig und steht als Download bereit.

Ganze neun Fotos aus meinem Archiv landeten im Kalender, so macht mich dieser Umstand schon ein bisserl stolz. Dem Robert ist ein sympathischer Weinkalender gelungen, der bei ausreichender Anfrage sogar in gedruckter Form erscheinen wird. Bei Interesse einfach einen Kommentar bei vinissimus hinterlassen.