Archiv für ‘Weinberg’


Veröffentlicht am 8. Dezember 2009

Dezemberblüten für Kopenhagen

In Kopenhagen wird ja gerade wild um die Zukunft des blauen Planeten geschachert. Nationale Wirtschaftsinteressen stehen hier erwartungsgemäß den dringend notwendigen, einschneidenden Schritten entgegen. Umweltschützer bezweifeln schon jetzt, dass bahnbrechende Beschlüsse den Klimagipfel krönen werden.

Die heute im Weinberg aufgenommen Bilder passen gut zur Meldung aus der dänischen Hauptstadt, dass dieses Jahrzehnt wohl das bislang wärmste seit Anfang der Wetteraufzeichnungen ist.

Schön, nicht wahr? Noch können wir das schön finden. Aber aber wie sieht es in fünfzig Jahren bei uns aus, wenn unsere Kinder und Enkel die Weinberge bestellen? Die Prognosen sind eher düster. Erwarten wir jetzt tatsächlich, dass an der Macht klebende Politiker “die Welt retten”? - oder besser gefragt: “Was ist faul im Staate Dänemark?”

Vor zwei Wochen schnappte ich folgenden Satz auf: “Politik ist, wenn die Liebe abwesend ist”. An dieser These kaute ich einige Zeit schwer. Mittlerweile ist mir klar, dass man sie auch gar nicht denken kann, man muss sie fühlen. Säße sie am Verhandlungstisch in Kopenhagen, die Liebe, und zwar in ihrer reinsten, nicht an Bedingungen geknüpfter Form, was würde sie sagen, diese Liebe? Würden nationale oder wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen? Sicher nicht.

Ich wünsche mir, dass alle in Kopenhagen versammelten Volksvertreter mal ein paar ruhige Minuten lang auf ihr Herz hören, fühlen was es spricht und dann samt einer kleinen Prise Verstand die notwendigen Schritte einleiten. Das wünsche ich mir.

Veröffentlicht am 28. November 2009

Wintertroller

Der November 2009 wird im Markgräflerland sicher als einer der wärmsten elften Monate in die Annalen der Wettergeschichte eingehen. Am vergangenen Mittwoch beobachtete ich bei knapp 20 Grad Celsius einen etwas unbeholfen wirkenden Admiral und eine dicke Erdhummel im Weinberg. Die Brennesseln sprießen wie im April und vereinzelnd sind Blüten von Löwenzahn und anderen Pflanzen zu sehen.

An den entblätterten Reben hängen nur noch die Wintertroller: Das sind Trauben, die an den Geiztrieben wachsen und wegen der späten Blüte im Juli jetzt erst reif sind. Das heißt, wirklich reif werden diese Beeren nur in den Jahren mit einem ausgedehnten, warmen Herbst. Im Jahr 2003 mit seinem Wüstenklima-Sommer erntete ich schon Anfang November ein paar Kilo Gewürztraminertroller und presste daraus einen leckeren Saft. Die Spätburgundertroller, mit denen ich mich auf meiner Wanderung versorgte, schmeckten wunderbar aromatisch. Glücklich und still feierte ich ein spätes Erntedank, sog dabei die wärmenden Sonnenstrahlen tief in mich auf und ging weiter meines Weges.

Veröffentlicht am 18. November 2009

Wohin?

Jedes Ende ein Neubeginn
stets ist alles vereint
so streb ich dem Himmel entgegen
verwurzelt im irdischen Stein

Ganz nackt, ahnungslos
ein Treibgut im Seelenmeer
tanzend auf Wellen
von Liebe und Leid

Veröffentlicht am 14. Oktober 2009

Bunter Reigen

Die Reben im Markgräflerland verabschieden sich farbenfroh in die Winterruhe. Väterchen Frost klopft an die Tür und wird die empfindlichen Pflanzen über Nacht entlauben. Also höchste Zeit, das Schauspiel mit der Kamera einzufangen!

Veröffentlicht am 10. Oktober 2009

Was vom Herbschten übrig blieb

Der Großteil der Ernte blubbert mittlerweile als Most in den Gärtanks, kommende Woche werden im Markgräflerland vor allem noch die verbliebenen Gutedelparzellen “geherbschtet”. Das ist nun höchste Zeit, da die feuchtwarme Witterung die sich ausbreitende Botrytis an den Trauben rasant beschleunigt.

Teile des Tresters gehen zusammen mit den Traubenstielen wieder in den Kreislauf der Rebbergsvegetation ein. Die unnatürlich wirkenden Farben ergänzen die bunte Palette des Herbstlaubs. Wenn sich morgen die Sonne wieder am Himmel zeigt, ist es für mich die perfekte Zeit für eine Foto-Session in den jetzt wunderbar kontrastreichen Weinbergen.

Veröffentlicht am 8. Oktober 2009

Prozess um Zerstörung gentechnisch veränderter Reben im Elsass

In einem aktuell im elssäsischen Colmar laufendem Prozess steht ein Biologe vor Gericht, der vor einem Monat 70 gentechnisch veränderte Reben zerstörte. Er wollte mit der Aktion die öffentliche Diskussion über die Risiken der Gentechnik anregen.

Dem landwirtschaftlichen Forschungsinstitut in Colmar ist allerdings wegen eines Formfehlers nachträglich die Genehmigung für den Freilandversuch aberkannt worden. So wird erwartet, dass der Aktivist mit einer milden Strafe davonkommt.

Das Forschungsprojekt galt dem Virus, der die Reisigkrankheit bei Reben verursacht. Naturschützer und Weinbauern, wie der Biowinzer Jean-Pierre Frick aus Pfaffenheim wandten sich gegen das Forschungsprojekt, da der Nutzen für die Winzer fraglich ist und die Risiken für die Umwelt unkalkulierbar seien.

via Badische Zeitung

Veröffentlicht am 4. Oktober 2009

Perfekter Herbst in Südbaden

Noch hängen reichlich Früchte an den Rebstöcken, aber in ein bis zwei Wochen wird die Hauptlese im Markgräflerland abgeschlossen sein. Laut Vorhersage bleibt es recht trocken im Südwesten, somit setzt sich das traumhafte Lesewetter fort.

Der Spätburgunder erfreut sich bester Gesundheit und kann bei entsprechend sauberer Vorarbeit absolute Spitzenqualitäten bringen, ebenso wie die Grau- und Weißburgunder. Beim Gutedel ist es das dritte sehr gute Jahr in Folge. Der Jahrgang 2009 hat reichlich Potential, ob er zur Legendenbildung taugt, bleibt abzuwarten. In ein paar Monaten wissen wir mehr…

Veröffentlicht am 28. September 2009

Die Lese im Markgräflerland kommt in Schwung

Seit heute herrscht reges Treiben in den Rebbergen und die Traktoren rollen in hoher Frequenz zur Traubenannahme. Das seit Wochen anhaltend sonnige und trockene Wetter beschert den Winzern heuer wieder wunderbar gesunde und reife Trauben. Auch erste Spätburgundertrauben landen jetzt in den Maischegärtanks.

Die weiterhin gute Wetterprognose, die kühle Nächte und sonnige Tage verheisst, lassen jetzt schon auf den dritten guten Jahrgang in Folge schließen. Wermutstropfen ist die bei einigen Sorten und Lagen niedrige Säure. Diese hat sich aufgrund des frühen Austriebs der Reben im Frühjahr und des durchgehend warmen, seit Anfang August sehr trockenen Sommers stark abgebaut. Aus diesem Grund gibt es erstmals seit dem Jahr 2003 in Baden-Württemberg wieder die Ausnahmegenehmigung, Weinsäure zuzusetzen. Dieses Verfahren ist allerdings umstritten.