Fremdverkorkt
Beim Öffnen einer Flasche Rotwein staunte ich gestern Abend nicht schlecht, als mein Blick auf den Aufdruck des Naturkorkens fällt: Da prangt breit und fett das Logo der Winzergenossenschaft aus einer Nachbargemeinde - der Wein ist jedoch ein Erzeugnis eines Privatweinguts aus einem anderen Ort.

Hat der Korkhersteller beim Verpacken geschlampt? Ist bei der Auslieferung ein Sack im falschen Weingut gelandet? Ein kleiner Spaß, um Kunden aufzumuntern?
Da erinnere ich mich an eine Geschichte aus meiner Lehrzeit. Beim Betriebsausflug öffnete ich eine Flasche Spätburgunder, den ich morgens nach Auftrag von einer frisch gefüllten Palette griff. Ins Glas des verdutzten Gutsbesitzers ergoss sich zur Belustigung der versammelten Belegschaft allerdings ein weißer Wein. Nur der Kellermeister lachte nicht mit, dämmerte ihm doch langsam, dass die komplette Charge falsch etikettiert wurde und sich einiges davon schon per LKW auf großer Reise befand. Shit happens!




19. Oktober 2009 um 20:34
Hallo Lars!
Das einzelne Korken in der Fabrik im falschen Sack landen, kommt schon mal vor. Ein ganzer falscher Sack wäre dem Produzenten aber wohl doch aufgefallen.
Möglicherweise war er aber auch zu früh ausverkauft und hat sich “Nachschub” in Form eines bereits gefüllten, aber noch nicht etikettierten Weines der betreffenden Genossenschaft besorgt, um den Lieferengpaß zu überbrücken. Das sollte dann aber in irgendeiner Form (im Kleingedruckten) auf dem Etikett erkennbar sein.
Grüße
Bernhard
20. Oktober 2009 um 08:52
@Bernhard: Ersteres kann durchaus der Fall sein, Zweiteres ist auszuschließen, da der betreffende Wein eine Cuvée aus Piwis war und als Ökowein vermarktet wird. Und in puncto Kleingedrucktes bin ich Spezialist
20. Oktober 2009 um 09:17
Hi Lars!
Vor gut 10 Jahren habe ich einmal einen Preßkorken mit der Aufschrift “Gebrüder Grill, Fels am Wagram” aus einer Flasche ungarischem Wein gezogen, den ich geschenkt bekommen hatte.
Unsere Vermutung damals war, dass die Korken aus der Konkursmasse dieses Weinskandal-Betriebes so billig in den Osten verkauft wurden, dass den ungarischen Produzenten die falsche Aufschrift nicht gestört hat.
Grüße
Bernhard
11. November 2009 um 23:22
Vielleicht wäre es - rein der Neugierde halber - mal möglich, das Weingut mal diesbezüglich zu kontaktieren. Manchmal gibt es ja ganz simple Antworten auf solche Fragen.