Filmtipp: Es kommt der Tag
Eine untergetauchte Ex-Terroristin lebt mit neuem Namen und neuer Familie ein bürgerliches Leben als Winzerin im Elsass. Als ihre vor 30 Jahren im Stich gelassene Tochter sie ausfindig macht kommt es zu einem dramatischen Konflikt um Ideale, Schuld, Rache und Vergebung.
Als ich vor zwei Tagen in der Kulturzeit Ausschnitte aus dem Film sah, schien mir die Landschaft der Drehorte sehr vertraut. Kein Wunder, ist der Film doch im Elsass, im Markgräflerland, in Freiburg und am Kaiserstuhl gedreht worden. Da die Kritik die deutsch-französische Produktion mit Vorschusslorbeeren überhäuft, habe ich mir den Streifen gleich am gestrigen Kinostart angesehen.

Foto: Zorro Film / Filmpresse Meuser
Ort der Handlung ist ein Weingut im Elsass, in dieser Beziehung ist es dem Film sehr dienlich, dass auf gängige Klischees, insbesondere derer von romantischer Natur, gänzlich verzichtet wird. Hier lebt die ehemalige Terroristin Judith mit Mann und zwei jugendlichen Kindern ein arbeitsreiches wie bürgerliches Leben, aufgebaut aus Halbwahrheiten und mit der Angst, sich der Vergangenheit zu stellen. Bis zu dem Tag, als die verstoßene Tochter auf dem Hof erscheint und dieses Konstrukt brutal zum Einstürzen bringt…
Das großartige Ensemble, besonders die angenehm ungeschminkte Iris Berben und ihre Filmtochter Katharina Schüttler, überzeugt in diesem emotional extrem aufgeladenen Drama um Ideale, Schuld und Vergebung. Es kommt der Tag ist schwerer Stoff, hervorragend inszeniert, fotografiert und geschnitten. Auf mich wirkte das Werk von Regisseurin und Drehbuchautorin Susanne Schneider intensiv und teilweise sogar beklemmend, da es Berührungspunkte zu meiner eigenen Familiengeschichte gibt. Der Trailer zum Film kann hier abgerufen werden.




7. Oktober 2009 um 18:29
Habe mir den Film auch angesehen und muss sagen, dass ich die Rolle für Iris Berben als eine ihrer besten ansehe. Sollte man sich auf jeden Fall anschauen, allein auch der Thematik wegen!