Mit Kürbis und Gewürztraminer in den Herbst
Zur Herbstzeit mit all ihren Düften und den vielseitigen kulinarischen und optischen Reizen gehören bei mir regelmäßig Kürbisse auf den Tisch und Gewürztraminer ins Glas. Ein indisches Chicken-Tandoori mit Butternut Kürbis und Rosinenreis begleitete ich am Wochenende mit einer trockenen 2008er Gewürztraminer Spätlese aus dem Durbacher Bienengarten vom Weingut Andreas Männle.
Ich oute mich immer wieder mal gerne als großer Fan von Weinen aus den Aromarebsorten Muskateller- und Gewürztraminer, die ich oft mit asiatischen Speisen kombiniere. Meist werden Erzeugnisse aus diesen Rebsorten mit viel Restsüße abgefüllt. Dabei ist es für die Balance wichtig, dass die Säure des Weins immer ein ausreichendes Gegengewicht zum Zuckergehalt bietet. Die Gewürztraminer Spätlese vom Weingut Andreas Männle ist allerdings absolut trocken ausgebaut und verlangt nach einer Speise, die ebenfalls nur dezent süß sein sollte.

Der goldgelbe Wein duftet in der Nase nach Noten von Litschis, Ananas und Wildrosenblüte. Im Mund präsentiert er sich sehr kraftvoll und mineralisch, mit Frische, Biss und enormer Substanz. Trotz seiner 13,5 % Alkoholvolumen nicht zu wuchtig, sondern delikat und ausgewogen. Feinwürzig im Nachhall mittlerer Länge. Ich überlege doch tatsächlich einen Moment, ob mir nicht etwas Süße fehlt… aber nein, dieser Gewürztraminer durchbricht einfach nur die Geschmackserwartung und ist somit der Gegenentwurf zu den vielen Zuckerbomben. Mehr davon!

Das Zusammenspiel mit dem Tandoori ist die perfekte Multi-Kulti-Küche und reiner Geschmacksknospen-Kamasutra. Mit der milden Schärfe und den üppigen Aromen kommt der Gewürztraminer locker klar. Die süß-saure Note des Tandoori und der nicht nur vom Namen her buttrige Kürbis bilden eine Traumkombination mit dem Gewürztraminer.
Meine Verkostungsnotizen zu weiteren Weinen vom Weingut Andreas Männle:
2007er Riesling Kabinett trocken - Dezente Nase mit Kiwi, Birne und Marzipan. Blitzsauber und konsequent trocken ausgebaut. Zeigt Biss, Eleganz, Tiefe und Mineralität. Sehr schöne Länge. Ein Kabinett par excellence!
2007er Spätburgunder Rosé - In der Nase Wassermelone, Granatapfel und Eisbonbon, feinfruchtig mit kräftiger Säure. Schlanker, frischer Charakter. Sauber gemacht, etwas kurz mit wenig Tiefe.




21. September 2009 um 11:33
Hallo Lars!
Ich vermute die weiteren Verkostungsnotizen betreffen auch Weine von Andreas MÄNNLE, oder?
Grüße
Bernhard
21. September 2009 um 16:19
Oh, blöder Verschreiber - danke für den Hinweis!
21. September 2009 um 17:28
Klaro, der Gewürtztaminer ist ein guter Tipp zu scharfen Gerichten, soferne er genügend Restzucker zum Puffern der Schärfe besitzt. Diese restsüße Variante eignet sich auch hervorragend solo genossen - quasi als Seelenbalsam und zum Einfangen der letzten Sonnenstrahlen im Herbst. Am Besten mit ein paar Jahren Flaschenreife - mmmh
21. September 2009 um 17:55
Ja, da stimme ich sofort zu! Ich wundere mich immer, warum es in Deutschland so wenige Liebhaber dieser Sorte gibt - vielleicht gibt´s ja mal eine Gewürztraminer-Renaissance.
22. September 2009 um 09:07
[...] Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; Gib ihnen noch zwei südlichere Tage, Dränge sie zur Vollendung hin und jage Die letzte Süße in den schweren Wein. [...]