Neue Gefahr durch die Reblaus?
Im 19. Jahrhundert führte die aus Nordamerika eingeschleppte Reblaus in den europäischen Weinbaugebieten zu katastrophalen Zerstörungen. Nur durch das Bepropfen auf reblausresistente, amerikanische Unterlagsreben konnten in den meisten Regionen die europäischen Kulturreben erhalten bleiben. Nun ist die Reblaus seit einigen Jahren wieder auf dem Vormarsch in den deutschen Rebgärten.
Zu den Ursachen der erneuten Ausbreitung gehören die verbesserten klimatischen Bedingungen dank Klimaerwärmung, brach liegende Altanlagen und verwilderte Amerikanerreben an den Böschungen, die den Schädlingen als ideale Brutstätten dienen. An einer Böschung am Westhang des Batzenbergs habe ich gestern diese Aufnahmen gemacht:

Die hohe Anzahl von Blattgallen deutet auf einen massiven Reblausbefall an dieser Amerikanerrebe hin.

Selbst in einer benachbarten Spätburgunderanlage zeigen sich erste Blattgallen.
Die große Gefahr ist die Möglichkeit einer genetischen Mutation der Reblaus durch oberirdische Paarung. So könnte theoretisch eine neue Generationen der Reblaus entstehen, die Geschmack an den Wurzeln der noch resistenten Unterlagsreben findet. Die Weinbauberater in den Anbaugebieten empfehlen den Winzern deshalb dringend, brachliegende Rebanlagen und Amerikanerreben in Böschungen gründlich zu roden, um eine weitere Verbreitung der Reblaus zu verhindern.
Für Wissensdurstige empfehle ich zur Vertiefung des Themas zwei Fachartikel zur Lektüre: Der Reblaus Einhalt gebieten und Zunahme von Reblausschäden an der Mosel.



