Wie viel Wasser steckt im Wein?
Der WWF legte heute eine aktuelle Studie zum Wasserverbrauch vor. Danach ist der direkte Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland mit 124 Liter am Tag weiter zurückgegangen, was im Vergleich mit anderen Industrienationen ein niedriger Wert ist. Wird allerdings das zur Produktion der hierzulande konsumierten Lebensmitteln verbrauchte Wasser berücksichtigt, kommt nach den Experten des WWF jeder Bundesbürger auf die erstaunliche Menge von 5.288 Liter pro Tag. Besonders viel Wasser wird für die Erzeugung von Rinder- und Schweinefleisch oder Kaffee und Kakao verbraucht, teilweise kommen diese Güter aus Ländern, in denen regelmäßig Wasserknappheit herrscht.

Wie viel Wasser steckt im Wein? Darüber findet sich in der Studie keine Zahl. Ich erinnere mich, dass ich während meiner Ausbildung zum Winzer den Lehrmeister über den Wasserverbrauch im Keller befragte. Seine Aussage war, dass etwa 8 Liter Wasser für die Erzeugung von einem Liter Wein aufgewendet werden. Im Gegensatz zu verbrauchten 10.000 Litern Wasser für ein Kilo Rindfleisch scheint diese Zahl sehr gering - wenn sie denn stimmt, was ich allerdings sehr bezweifle. Bei einer schnellen Google-Recherche stoße ich auf die Zahl von 120 Litern pro Glas Wein. Diese Menge kommt mir wiederum zu hoch vor und wird vielleicht dadurch erreicht, dass die von den Pflanzen verbrauchte Regenmenge einberechnet wird. Berechnungsgrundlagen sind leider keine zu finden. Wer weiß genaueres?




4. August 2009 um 19:12
Ja, habe ich mal berichtet, kann aber nicht sagen, ob das noch aktuell ist:
http://www.bestebioweine.de/2008/02/15/wasserverbrauch-im-weinbau-eine-der-facetten-von-umweltbelastung/
5. August 2009 um 00:38
Schau mal auf http://www.virtuelles-wasser.de, dort ist für einen Liter Wein 960 Liter virtueller Wasserverbrauch angegeben. Bier verbraucht nur ein Drittel davon, Kaffee sogar 1120 l. Bei der Berechnung muss natürlich auch Regenwasser einbezogen werden. Es geht ja darum sichtbar zu machen, wie viel Wasser aus einer Region in andere Regionen bewegt wird. Für Deutschland ist das nicht so sehr relevant, aber für den Weinbau in trockenen Regionen wie Spanien oder Australien wird viel Wasser “exportiert”, das den natürlichen Pflanzen fehlt oder notwendig wäre um Flüsse, Seen und Grundwasserspeicher zu füllen. Noch ein guter Grund für heimischen Wein
5. August 2009 um 09:54
@Florian: Richtig, in Deutschland wird im Weinbau sehr selten “künstlich” bewässert, der Regenwasserverbrauch durch die Kulturpflanzen gehört da eher zum natürlichen Kreislauf. Die Summe von 960 Litern überrascht aber doch.
6. August 2009 um 12:57
Ich finde auch die 120 Liter mit dem Hinweis “Most of the water behind the wine is for producing the grapes.”
http://www.waterfootprint.org/?page=files/productgallery&product=wine
7. August 2009 um 12:59
Nachtrag: Dominik Vombach berichtet aktuell auf seinem Blog Ecowine über den Wasserverbrauch bei der Weinbereitung: http://ecowine.wordpress.com/2009/08/06/ressourcenverbrauch-der-weinbereitung-wasser
26. September 2009 um 17:28
Die Rebe ( Riesling ) hat in der Vegetationszeit bei optimaler natürlicher Versorgung einen Wasserverbrauch von 250 - 300 Liter pro Rebstock.
Sicherlich noch ein Faktor für die Wasserbilanz.
Quelle: Weinbau von Karl Bauer