Im Weinhimmel mit der Hochheimer Hölle
Der Riesling-Preis 2009 des Magazins WEINWELT ging in der Kategorie “Best-buy-Riesling des Jahres” an das Weingut Heinrich Baison in Hochheim. Ich berichtete hier im Blog. Aufgrund erschöpfter Vorräte an “Alltagsriesling” bestellte ich mir ein paar Flaschen, um dem Urteil der Jury auf den Zahn zu fühlen - eine wahrlich gute Tat.

Der 2008 Riesling Kabinett Hochheimer Hölle trocken ist ein fulminant gut gelungener Wein. Im Glas sattes Strohgelb, Nase und Mund sind sofort okkupiert vom Aroma saftig-reifer, gelbfleischiger Früchte. Mit grandioser Länge, der pure Trinkspaß. Klar, sauber, makellos. Die 90 Punkte, die von der Jury vergeben wurden, sind absolut keine Übertreibung. Die knackige Säure zähmt die opulente Fruchtigkeit und verlangt unbedingt nach einem adäquatem Essen. Ich versuche es mit einem würzigen Cous Cous inklusive Gemüse, Minze und Bio-Huhn.

Dazu verarbeite ich Zucchini, Tomaten, rote Spitzpaprikaschoten, Knoblauch, und frische Pfefferminze in einer Pfanne unter milder Hitze zu einem schönen Schmorgemüse. Dieses würze ich mit Harissa ordentlich nach und serviere mit dem gedämpften Cous Cous. Die Hühnerbeine kommen erst nach kräftig vollzogener Maillard-Reaktion auf den Teller. Die Kombination mit dem Riesling ist perfekt, Samba für Geschmacks- und Geruchssinn. Meine Sorge, dass die Minze nicht mit der Hochheimer Hölle harmoniert, zerstreut sich sofort - ein himmlisches Mahl an einem lauen Sommerabend.



