Unabhängiger Weinjournalismus in Gefahr?
Kaum ist man mal vier Wochen abgetaucht, schon bricht ein Stützpfeiler der heilen Weinwelt zusammen: Der Gault Millau Weinführer soll ab nächstes Jahr zum Teil aus finanziellen Beiträgen der getesteten Weingüter finanziert werden. Einige Weingüter kehren dem Gault Millau Weinführer nun offen den Rücken zu, unter anderem die badischen Betriebe Heger, Bercher, Johner, Seeger, Stigler und das Pfaffenweiler Weinhaus. Viel ist in den letzten Tagen zu diesem Thema geschrieben und kommentiert worden, am umfangreichsten hier, hier und hier.
Der unabhängige, professionelle Weinjournalismus scheint zunehmend in Gefahr zu sein, wenn man zusätzlich Gerüchten Glauben schenkt, dass sich Redakteure wohl bekannter Weinmagazine für so manchen Artikel von den Weinproduzenten bezahlen lassen. Das Dilemma resultiert in der Hauptsache aus dem seit Jahren rückläufigen Anzeigengeschäft durch Werbekunden der Publikationen, die ihrerseits zunehmend an Leserschaft und somit Bedeutung verlieren.



