Weinrallye #23: Wein von der Winzerin
Das Thema Winzerinnen-Wein wurde von Iris vorgegeben, die einen ebensolchen im Weingut Lisson produziert. Meine in jüngerer Zeit etwas regionalere Ausrichtung ist sogar schon im fernen Osten registriert worden, so werde ich heute meinem neuen Ruf mehr als gerecht und bleibe für diese Weinrallye einfach mal im Dorf.
Denn hier ist seit 365 Jahren das Weinhaus Stork beheimatet, dass sich vor kurzem noch Weingut Stork nannte. Der Grund für den neuen Namen ist, dass der von Roswitha und Regina Stork geführte Betrieb seit 2008 die Weine im Keller des Weinguts Zotz ausbauen lässt. Die finanziellen Mittel für einen nötigen Neubau des eigenen Kellers samt Technik sind derzeit einfach nicht zu stemmen.
Momentan bewirtschaftet die gelernte Weinbautechnikerin Regina Stork 4,5 Hektar Reben am Batzenberg und im Biengener Maltesergarten, ihre Mutter Roswitha kümmert sich um Haus und Hof. Regina engagiert sich zusätzlich für die Nachwuchskräfte im Weinbau: In der Freiburger Berufsschule und ihren Reben erteilt sie als Nebenlehrerin fachpraktischen Unterricht für zukünftige Winzer und Winzerinnen und bildet Lehrlinge im eigenen Betrieb aus.

In diesem Wein steckt reichlich Frauenpower
Obwohl wir nun schon seit drei Jahren im selben Dorf wohnen, probierte ich bislang noch keinen Wein von den Storks. Womit also beginnen? Regina empfahl mir bei meinem Besuch im Weingut heute Nachmittag einen Gutedel und einen Weißburgunder, jeweils aus dem Jahr 2008. Na klar, Gutedel ist die Basis eines jeden Betriebs im Markgräflerland!
Der 2008er Schallstadter Gutedel trocken vom Batzenberg (3,90 € ab Hof) belegte in der großen Konkurrenz beim diesjährigen Gutedel Cup in der Kategorie QbA den 8. Platz. Er ist mit einem Longcap-Drehverschluss versehen und enthält laut Etikett 11,5 % Alkoholvolumen. Meine Verkostungsnotiz: In der Nase Apfel, Gartenkräuter und Eisbonbon. Eine knackige Säure, die beinahe Riesling-Niveau erreicht. Würziger und einfacher Charakter. Kein Gutedel zum solo sürpfeln, sondern ein Wein, der nach einem zünftigen Elsässer Wurstsalat oder deftiger Burewurst mit Brägele schreit.
Ist Frauenpower nun schmeckbar? Dass sicher nicht, aber sie ist immerhin erfahrbar - bei einem persönlichen Besuch vor Ort.




19. Mai 2009 um 09:12
Was hat Mme Stork mit James Rizzi zu tun? Oder doch nur Zufall?
19. Mai 2009 um 09:32
Das war kein Zufall, sondern die Suche nach einem geeigneten Hintergrund für´s Foto. Der Rizzi - leider kein Original
hängt bei mir an der Wand und wartete schon lange darauf, in Szene gesetzt zu werden.
19. Mai 2009 um 13:43
Na, dann solltest Du das Foto schnellstens dem Gut für ihre Werbung dieses von Frau gemachten Weins anbieten - ich dachte auch, das stamme von den Herstellern, derart gut passt es:-).
Deine Fotos sind eben super-pro!