Grüner Markgräfler: zwei von neun
Über das Projekt Grüner Markgräfler berichtete ich im letzten Jahr schon hier und hier. Eine Gruppe von neun Weingütern aus dem Markgräflerland produziert diesen leichten Wein mit rund 10 % Alkoholvolumen nach gemeinsam festgelegten Vorgaben. Der Flaschenpreis liegt bei ca. 5,20 €.
Aufgrund der natürlichen Kohlensäure aus der Gärung ist Grüner Markgräfler irgendwo zwischen Perlwein und Stillwein einzuordnen. Jetzt habe ich die ersten zwei Flaschen aus dem Jahrgang 2008 verkostet - die präsentieren sich trotz gleicher Machart durchaus mit unterschiedlichem Charakter.

Der Grüne Markgräfler vom Weingut Mißbach ist aus ökologisch angebauten Reben gekeltert: Hier zeigt sich eine typische Gutedelnase mit viel Apfel und Zitrusfrucht, etwas Gerbstoff und Bierhefe. Gerade wegen der prickelnden Kohlensäure erinnert mich das Getränk tatsächlich ein bisschen an Bier. Im Mund sehr mineralisch und saftig, kräftig-frische Säure, ordentliche Länge. Süffiger, feinherber Trinkgenuss.
Das Weingut Zimmermann erntete für seine Version vom Grünen Markgräfler eine Parzelle in bester Lage, die mit alten Gutedelreben bestockt ist. Das Ergebnis ist entsprechend: Dem Glas entsteigt ein üppig fruchtiges Birnenaroma, sehr extraktreicher, weiniger Körper, für einen Gutedel fast schon untypisch. Sehr saftige Frucht mit durchaus passender, dezenter Restsüße. Der Wein zeigt, wie viel Potential in der Gutedelrebe steckt!
Nach einem Tag in der Anbruchflasche hat sich die Kohlensäure und damit der spritzige Charakter leider verflüchtigt, womit die nächste Parallele zum Bier auftaucht. Grüner Markgräfler “hoch 9″ scheint mir vor allem eins zu sein: Ein Beweis, dass Wein aus einer Rebsorte, mit fast identischem Ausbau im Keller, vollkommen verschiedene Ergebnisse hervorbringt. Hier wird die Handschrift des Winzers und das Terroir der Weinberge deutlich lesbar. Den nächsten Grünen Markgräfler knöpfe ich mir am Donnerstag vor, dann bin ich zu Besuch in der Straußi vom Weingut Schneider in Heitersheim. Auf die Nuancen von Nummer Drei bin ich gespannt.




24. April 2009 um 11:04
[...] vom Weingut Schneider: Mit deutlich weniger Kohlensäure und säurebetonter als die schon verkosteten Flaschen anderer Weingüter. Stachelbeere und Limone in der Nase, sehr fruchtbetont bei satter Länge. Erfrischender, [...]
7. Mai 2009 um 20:56
[...] Weingut gehört auch zum Kreis der neun Weingüter, die den Markenwein Grüner Markgräfler vinifizieren. Der 2008er ist mit null Gramm Restzucker der trockenste der neun verschiedenen [...]