Edition Fritz Keller: Eine Erfolgsgeschichte
Vor zwei Jahren startete Winzer Fritz Keller aus Oberbergen das Projekt Edition Fritz Keller, im letzten Jahr wurden ein Weißburgunder und ein Spätburgunder bei Aldi Süd im großen Stil vermarktet. Offenbar mit Erfolg. Die Rebfläche für die Erzeugung weiterer Weine für das Label wurde stark ausgedehnt.
Bislang sind 16 Winzergenossenschaften, Weingüter und Privatkellereien am Projekt unter Federführung der Vitis GmbH beteiligt, hinter der Fritz Keller und sein Geschäftspartner Frank Frickenstein stecken. Das Ziel ist die Produktion qualitativ hochwertiger Selektionsweine aus den regionaltypischen Sorten. Die mitwirkenden Winzer verpflichten sich auf eine Erntemenge von maximal 55 Liter Wein pro Ar, maximal 90 Liter pro Ar sind in Baden gesetzlich zugelassen. Die Rebstöcke müssen dabei ein bestimmtes Mindestalter besitzen. Abfüller ist der Badische Winzerkeller in Breisach, der über seine Mitgliedswinzer auch als Traubenerzeuger fungiert.

Die Rebfläche von 130 Hektar im Jahr 2007 wurde auf jetzt knapp 400 Hektar ausgeweitet. Das sind immerhin eindrucksvolle 2,5 Prozent der gesamten Anbaufläche in Baden. Dieser Zuwachs kann sicher nur mittels überdurchschnittlicher Auszahlungsbeiträge an die traubenliefernden Winzer erreicht werden, die neben der Mehrarbeit durch die qualitätssteigernde Selektion in den Reben auch geringere Erträge erwirtschaften. Dazu Fritz Keller:”Ich habe ein striktes Qualitätsmanagement zur Bedingung gemacht, sehe nun allerdings meine Erwartungen mehr als erfüllt, sowohl was das Engagement der beteiligten Winzer angeht als auch den Absatzerfolg”.
Bislang sind badische Weine im Discount eher im unteren Preissegment zu finden, der Erfolg des Projekts hebt damit den Wert der heimischen Erzeugnisse deutlich an. Der 2007-er Weißburgunder wurde mit 5,99 Euro, der 2007-er Spätburgunder mit 6,99 Euro pro Flasche gehandelt. Vom Weißburgunder kamen im Frühjahr letzten Jahres 300.000 Flaschen in den Handel, im Herbst folgten 700.000 Flaschen Spätburgunder. Dieses Jahr sollen weitere Sorten das Angebot erweitern.
via Badische Zeitung




14. März 2009 um 10:05
Schöne Zusammenfassung. Dabei hatte Fritz schon genug Ärger mit der Badischen Zeitung zum Thema Edition Fritz Keller. Aber leider fehlte eine Vorab-Aufklärung von Seiten der Initiatoren. Es ist echt Schade, dass das “strikte Qualitätsmanagement” streng überprüft wird, jedoch nicht nach außen hin z.B. per Video Blog für Transparenz und Aufklärung sorgt. Hätte am liebsten schon längst mit Fritz Keller ein Video-Interview zu diesem Thema gedreht… und die daraus resultierende weltweite Imageentwicklung unserer Region durch diese Grundaktion erörtert. Werde ihn wohl auf der Prowein anhauen… Wir sind ja am gleichen Stand bei Stecher und Krahn in Halle 3… (Sorry für diese Schleichwerbung
14. März 2009 um 10:10
@ Patrick Johner: Mach das, die Idee ist gut!
14. März 2009 um 10:27
Aldi hin, Lidl her! Es sind genau solche Aktionen, die
a) den Winzern zu vernünftigen Preisen helfen
b) den Bekanntheitsgrad und das Image in der Publikumsbreite der Region fördern
c) den Verbraucher zurück in Richtung deutscher Wein bringen
Ich finde die Idee gut und hoffe dass sich ds Projekt weiterhin so positiv entwickeln kann.
14. März 2009 um 11:14
@Ultes: So sehe ich das auch! Es ist vor allem wichtig, im Discount solche Weine zu platzieren, um die Weinkäufer dort an bessere Weinqualitäten heranzuführen. Dem Fachhandel sollte das nicht weh tun.
14. März 2009 um 13:20
@Lars
Ja klar, wäre der Fachhändler nicht so engstirnig würde er gezielt die Kunden dort “abholen”. Viele finden ihren Einstieg in die Welt des Weins beim Discounter, später entwickeln viele sich und ihr Trinkverhalten weiter und sind dann potentielle Kunden für Fachhandel und/oder Weingut. Der Fachhandel tut sich allerdings mit dem Gedanken sehr schwer und schadet sich so selbst, da er einer ganzen neuen Zielgruppe quasi den Eintritt verwährt…
@Patrick
Danke für die Schleichwerbung, sehen uns dann spätestens dort
16. März 2009 um 22:41
Aldi & Co bieten ja auch in allen anderen Bereichen Markenqualität (unter eigenen Namen) an, schön und Zeit wirds, daß das ein oder andere gute Tröpfchen sich dazugesellt.
17. März 2009 um 20:22
[...] Von einem Schnäppchen kann man nicht sprechen. Weitere Hintergründe zu dem Wein gibt es bei Schreiberswein. Meine Wertung: Nicht nochmal! 6,99 Euro bei [...]
20. März 2009 um 13:51
Hm, also ich kann mir ja nur schwer vorstellen, dass es der Traum eines Winzers ist, seine Flaschen hinter einem fetten Störer ‘Exklusiv bei Aldi Süd’ platziert zu sehen. Oder doch? Das hat doch was von Verramschung eines Luxusguts. Oder ist damit die Masse statt Klasse angesagt. Sozusagen für die Kasse …
Grübl, thea
20. März 2009 um 14:48
In diesem Fall verhält es sich ja etwas anders. Ziel ist Masse mit Klasse bei adäquatem Preis, dass ist nach meiner Meinung besonders beim Spätburgunder tatsächlich gelungen. Die Winzer sind in der Regel Mitglieder der Genossenschaften, die sich wiederum schwer tun, Weine mit hoher Qualität mit entsprechenden Preisen im Handel zu platzieren. Unter dem Strich verdienen die beteiligten Genossen mehr mit ihrer Arbeit als bei der Ablieferung der Trauben für die WG-Weine. Als Resultat ist die Platzierung bei Aldi kein Aufreger, sondern sicher höchst willkommen.
28. Juli 2009 um 15:00
[...] ist der 2008er Rosé der dritte Wein der Edition Fritz Keller bei Aldi Süd. An dieser Stelle berichtete ich schon ausführlicher über das [...]
19. September 2009 um 23:04
Was kann bei dieser Masse schon herauskommen ? “Terroir” hat schon irgendwie eine gewisse Berechtigung. Nicht, dass ich generell was gegen Massenware habe, aber dieser Spätburgunder ist keine 6,99 Euro wert, ich bin sehr enttäuscht. Das Potenzial dieser Rebsorte kommt in keiner Weise zur Geltung. Der Wein hat kaum Blume und ist wenig gehaltvoll, der Abgang bitter, streng und ohne Nachhaltigkeit. Ich bezweifle ernsthaft, das ist es was Herr Keller gerne trinken würde. Die Verlockung war wohl zu groß, dem Projekt zu widerstehen.
20. September 2009 um 16:58
Am Geschmack scheiden sich bekanntlich die Geister. Ich habe den Spätburgunder vor einigen Monaten wesentlich besser beurteilt: http://www.schreiberswein.de/2008/11/04/renommierte-winemaker-bei-aldi-sd-sptburgunder-edition-fritz-keller-und-riesling-aus-der-steillage-von-raimund-prm
25. September 2009 um 15:23
Für den Preis von EURO 6.99 ist der Spätburgunder 2007 Baden nicht empfehlenswert.
28. September 2009 um 12:36
Aahh Freunde, jetzt kommt Ihr endlich hinter dem Ofen hervor !
Ganz ehrlich, ich hab mich nicht getraut zu schreiben, dass ich diesen Wein fürchterlich belanglos finde. Ich stimme Lars zwar absolut zu, dass man über Geschmack nicht streiten kann, aber dennoch sollte man für 7 Euro etwas anständiges erwarten können.
Dieser Wein ist zu teuer, für etwas weniger Geld gibt es m.E. Besseres und für etwas mehr Geld sogar viel Besseres.
Wem wird denn nun geholfen mit diesem Projekt ? Für Aldi-Käufer ist die Flasche längerfristig zu teuer und sie kann mit ihrem Geschmacksbild doch keinen Aldi-Rotweintrinker zur Begeisterung treiben, geschweige denn ihn davon überzeugen zu einem Winzer zu gehen.
Die günstigeren Weine sind doch meist viel zugänglicher, da mehr auf den Mainstream ausgelegt.
Und wie kauft ein Supermarktkunde normalerweise einen Roten ? Na klar, am Freitag oder Samstag für das Wochenende. Da geht nix mit liegen lassen, Schulter frei oder Dekantieren für kantige Spätburgunderkeulen, um das Ergebnis ein wenig zu beschönen….
Gebts mir zurück, ich warte