Jede Menge feiner Lesestoff: Die Weinrallye #21 in der Zusammenfassung
Gleich voraus ein dicker Dank an alle Teilnehmer! Zahlreiche, höchst lesenswerte Beiträge sind in diese Rallye geschickt worden. Der Mosel sind wie erwartet eindeutig die meisten Artikel gewidmet, mit großem Abstand folgt das Rheingau, die Nahe, die Pfalz und Schlusslicht Baden. Rheinhessen war gemeldet, ging aber nicht an Start - mehr dazu am Ende der Zusammenfassung.

Ausgerechnet eine Bloggerin mit einer ausgeprägten Riesling-Abneigung eröffnete kurz nach Mitternacht ins Rennen, aber wenigstens das Perlhuhn zum Wein konnte sensorisch überzeugen. Um fünf Uhr in der früh legte der erste Riesling-Fan nach, und zwar ganz gegen seine Gewohnheit ohne lukullisches Mahl: Eine Vertikalprobe mit Rheingauer Hochgewächsen bei lamiacucina. Das mir bislang unbekannte Blog Augen, Ohren, Nase entlockt einer Flasche Spätlese einen fröhlichen Furz - eine wunderbare Abhandlung über einen Riesling von der Mittelmosel. 
Der Biowein Blog schickt mit einem “Großen Gewächs” den ersten Riesling von der Nahe auf die Strecke. Vinissimus entkorkte einen 1. Lage Riesling von der Untermosel, der sogar sein Bewertungsschema sprengte, ein wunderbar theoretischer Beitrag über Weinbergslagen und die Bezeichnung “Großes Gewächs” kommt vom Kaulwein Blog und Iris vom Weingut Lisson lässt sich vom deutschen Bezeichnungsrecht nicht verwirren und widmete sich ebenfalls einem Moselaner Spitzengewächs. 
Moselwinzer Harald Steffens nahm sich in seinen Bildergeschichten an einem Steillagen-Riesling eines befreundeten Winzers an, zitierte stilvoll Goethe und versuchte das Glas leer zu riechen. Ein weiterer bloggender Winzer von der Mosel bereichert diese Weinrallye mit seinen Worten: Karl-Josef Thul verkostete ein Trio seiner Rieslinge aus drei Jahrgängen. Eine gereifte Spätlese vom berühmten Niersteiner Roten Hang öffnete Matthias Metze vom Viva-Vino Blog und hatte neben Dörrobst auch gelbe Schokolade in der Nase. Der “Ultes” im frischen Blog-Gewand brachte den ersten Pfälzer ins Spiel: Einen jugendlichen Saumagen vom jungen Winzer. Gleich drei Spätlesen, darunter der erste Badener der Rallye, flossen bei Thomas Lippert und seinem Winzerblog ins Glas. 
Für die tollen Fotos hat er sich dazu einen Rallye-Spezialpreis verdient. Svetlana Kittke und ihr Blog myexperience4u grüßt dagegen wieder mit einer Moselkönigin. Der Hermannsberg Blog von Peter findet in einer 1983er Auslese von der Nahe überraschende Duftnoten und Aromen: alte Kartoffelkiste, verbrannte Glutkartoffeln, Haselnuß-Milch-Schokolade und Orangeat - so vielschichtig kann reifer Riesling sein. Einen Verkostungssieger aus dem Rheingau und adliger Herkunft präsentiert Thomas Günther bei weinverkostungen. Ben Eck und sein Biowein-Depot Blog befasste sich mit einer Spätlese aus Bioanbau und Steillage mit deutlicher Schiefer-Mineralität. Zum Schluß zwei Beiträge, die etwas aus der Reihe fallen.
Simon berichtet auf seinem Blog teutonic vinyards in seiner Muttersprache über ein Großes Gewächs: “Pfalz in a glass” und Go to Rio schickt einen Videobeitrag ins Rennen - das ist zwar eine Premiere bei der Weinrallye, der besprochene Wein verfehlt aber leider das Thema. Da wir nicht mehr die Schulbank drücken, drück ich mal ein Auge zu.
Vermisst jemand etwas? Richtig! Von mir gab es keinen Beitrag, noch eine Premiere - ein Rallye-Gastgeber ohne eigene Teilnahme. Das ist sogar regelkonform, war aber ursprünglich so nicht geplant. Die Flasche 2004er Dalsheimer Hubacker vom Weingut Keller aus Rheinhessen muss nun weiter im Keller auf ihr Schicksal harren, denn wegen gesundheitlicher Probleme habe ich vor zehn Tagen eine mehrwöchige Fastenkur begonnen. Die nächste Weinrallye richtet ein weiterer Blogger der Fastenfraktion aus, es wird aber wohl kaum um alkoholfreien Wein gehen: Rallye-Vater Thomas Lippert und sein Winzerblog.



10. März 2009 um 16:57
Vielen Dank für die Ausrichtung und die Zusammenfassung!
Aber ganz leer ist Rheinhessen doch nicht ausgegangen: Matthias Metzes Heyl-Spätlese vom Roten Hang gehört eindeutig in dieses Anbaugebiet.
10. März 2009 um 17:15
hallo Lars, eine gute Fastenzeit wünsche ich dir. Und viel Vergnügen beim ersten Schluck nach der langen Abstinenz.
Lg Thea
10. März 2009 um 17:18
Ah - der Guido merkt’s als erster
Dann muss ich das ja gar nicht mehr korrigieren.
Danke jedenfalls, Lars, für ein so schönes Thema - schade, dass du selbst nicht teilnehmen konntest. Ich wünsche dir gute Besserung!
10. März 2009 um 17:41
Vielen Dank für die Ausrichtung dieser Rallye. Auch eine gute Besserung wünsche ich Dir. Ist das den ein Fasten vollkomen ohne Essen und nicht mal Saft zum trinken?
10. März 2009 um 17:57
Danke Lars, für das tolle Thema und die gelungene Zusammenfassung. Ich wünsche weiter fröhliches fasten.
10. März 2009 um 17:57
@ Guido & Matthias: Danke für den Hinweis, ich habe den Roten Hang mit dem Rotenfels an der Nahe verwechselt!
@ Thomas: Saft ist okay, ich verzichte “nur” auf Alkohol, Zucker, Kaffee, Schwarzen Tee, Fleisch, Hefe, weißen Reis/Nudeln/Brot … quasi so eine Art strenge Vollwerternährung - vor ein paar Jahren habe ich das schon mal durchgezogen und gute Erfahrungen gemacht.
10. März 2009 um 18:12
Vielen Dank für die Ausrichtung. Hat richtig Spaß gemacht, ich denke ich werde auch in Zukunft die Rallye mindestens mitverfolgen und so oft wie möglich mitmachen!
Auch wenns fast eine Themaverfehlung geworden ist: Vom Biowein Blog gabs einen zweiten Beitrag: http://www.stefan-lehmeier.de/wordpress/?p=212
10. März 2009 um 19:57
Merci!
Viele schöne Beiträge und die besten Fastengenesungswünsche!
10. März 2009 um 20:55
@ Lars:
Ich hab schon ein paar mal richtig hart gefastet. Also nur Wasser und Tee. Das mind. eine Woche lang. Mit eine soften Einstieg und einem langsamen Anfang, der mit ausgekochtem Gemüse beginnt. Interessant dabei ist, dass der Körper nach ca. einem Tag vollkommen umschaltet und kein Hunger mehr entsteht. Das ist ein Überblebsel aus den Urzeiten, in denen es längere Zeit kein Futter für unsere Vorfahren gab. Selbst bei Saft würde da alles wieder in Gang kommen. Interessant daran ist jedoch, dass der Körper trotzdem sehr viel Kraft freisetzt. Jedenfalls solange man Reserven hat.
Aber eigentlich I: In Westfalen nervt das Fasten etwas. Alles ist konservativ-stickig in Tradition festgebrant. Selbst junge Menschen aus der Region, die man für progressiv hält, sind anfällig. Die katholische Kirche ist dabei auch nicht wegzudenken (sooft man das auch gerne täte).
Aber eigentlich II: Freue mich schon auf die nächste Runde der Rallye. Dann gerne ohne Fasten.
10. März 2009 um 21:20
Hallo Lars,
auch aus dem Nachbarland drück’ ich die Daumen zum Kurieren deiner Wehwehchen - wer hat denn keine - und trink ein schönes Glas Blaufränkisch auf dich
10. März 2009 um 23:33
Hallo Lars!
Mein Betrag vom Mosel-Riesling Plünderricher Marienburg kann ich bei deiner Zusammenfassung gar nicht finden. Bin wohl unter den Biowein-Blogger untergegangen?
http://biowein-depot.de/blog/?p=425
Gruß Ben
11. März 2009 um 00:12
Hallo Lars,
vielen Dank für die Zusammenfassung, auch wenn mein eigentlicher Beitrag nicht der Saumagen war, sondern der Vergleich von ihm mit dem Riesling vom Felsenberg:
http://weinfachberater.der-ultes.de/2009/03/09/weinrallye-21-deutscher-riesling-aus-spitzenlagen/
Macht aber nix
Liebe Grüße und gute Besserung,
Alex
11. März 2009 um 08:03
@Ben: Der ist tatsächlich untergegangen, sorry. Wird nachgeholt.
11. März 2009 um 10:09
Hallo Lars, schöne Rallye mit exzellenter, zeitnaher Begleitung und Zusammenfassung, wie von Dir nicht anders zu erwarten:-).
Was das (Wein)Fasten angeht: auch mein Artikel wurde bei einem Glas Milch verfasst, die Verkostung lag schon etwas zurück - auch ohne Unwohlsein gibt es im Frühling so viele Genussmomente für Auge und Nase in der Natur (und so viel Arbeit im Weinberg), dass ich auf zusätzliche Reize gerne einmal ein paar Wochen verzichte:-).
Dir gute Besserung!
11. März 2009 um 22:04
Danke dir für den Nachtrag und die interessante Weinrallye!
Gruß Ben
12. März 2009 um 10:01
[...] ist die Weinrallye #21 von Schreiberswein vorbei. Gibt es schon die Weinrallye #22 , ausgerufen von Thomas Lippert vom [...]
12. März 2009 um 11:19
Weinrallye: zwischen Riesling und regionalen Spezialitäten…
Riesling aus Spitzenlagen war das Thema der letzten Weinrallye - hat viel Spaß gemacht! Nicht nur das Verkosten des eigenen Weines, sondern auch das Lesen der anderen Beiträge - zusammen gefasst hat sie Lars von Schreiberswein: jede Menge feiner Lese…
12. März 2009 um 22:57
Hallo und vielen Dank auch von mir! Ich habe als Debütant einen Riesenspaß gehabt.
Viele Grüße
Simon
26. März 2009 um 11:31
[...] ist die Weinrallye #21 von Schreiberswein vorbei. Gibt es schon die Weinrallye #22 , ausgerufen von Thomas Lippert vom [...]
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14. Dezember 2009 um 14:19
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