Renommierte “Winemaker” bei Aldi Süd: Spätburgunder Edition Fritz Keller und Riesling aus der Steillage von Raimund Prüm
Seit gestern offeriert Aldi Süd wieder zwei “Projektweine”, die von renommierten deutschen Weinmachern exklusiv für den Discounter erzeugt wurden. Fritz Keller und Raimund Prüm warten mit Weinen aus dem Jahrgang 2007 auf: Keller aus Baden mit dem trockenen Spätburgunder (6,99€) und Prüm von der Mosel mit einem feinherben Riesling aus der Steillage (4,99€).

Meine Verkostungsnotizen: Der Spätburgunder zeigt eine ehrlich-helle, kirschrote Farbe im Glas. Das lässt darauf schließen, dass keine Färbertrauben verwendet wurden, eine für meinen Geschmack verbreitete Unsitte, da “der” Konsument angeblich dunkelrote Weine bevorzugt. In der Nase etwas Holz, Tabak, Kakao und Mon Chéri, durchaus sortentypisch. Vom ersten Schluck weg bin ich sehr angetan von diesem schon sehr trinkreifen Wein. Der elegante, runde Körper mit angenehmer Tanninstruktur steht in guter Harmonie mit der Säure. Der Spätburgunder besitzt ausreichend Extrakt für seine 13 % Alkohol-Volumen und ein schöne Länge, für mich ein wunderbar gelungener Pinot in dieser Preisklasse. Respekt, wenn man bedenkt, dass von diesem Stoff unter der Regie von Fritz Keller mehrere hunderttausend Flaschen erzeugt wurden.
Beim blass-gelben Riesling sind meine ersten Geruchs-Assoziationen maskulines Parfum, Ananas aus der Dose und Schwefel. Beim gründlichen Kauen im Mund tauchen wieder Ananas, Eisbonbon und eine opulent süße Fruchtigkeit bei kräftiger Säure auf. Im langen Abgang ist auch etwas metallisches wahrnehmbar, gepaart mit einer kleinen Botritys-Note. Der Wein wirkt sehr barock und ist dabei durchaus vielschichtig. Mindestens noch ein halbes Jahr Ruhe in der Flasche sollte dem Riesling aber zur Harmonisierung gut tun. Eindeutig ein prädestinierter Begleiter der asiatischen Küche, bei der Früchte und kräftige Gewürze zum Einsatz kommen.
In der Preis-Leistungsrelation können mich beide Weine überzeugen, Aldi Süd hat hier in Sachen höherer Weinqualität durchaus einen gelungen Coup gelandet. Das gute Potential des Jahrgangs 2007 war sicher diesen Großprojekten förderlich, spannend wird es zukünftig zu beobachten sein, wie sich solche “Projektweine” aus schwierigen Weinjahren in der Flasche präsentieren.




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