Die badische Antwort auf den Vinho Verde: Grüner Markgräfler
Ideen muss man haben. Berthold Willi aus Heiterheim hat sie, und noch dazu keine Schlechten. Der Erfinder der Strohhalmbefestigung bei Capri Sonne (kein Witz) sucht momentan Weingüter, die an einer seiner neuesten Ideen partizipieren wollen: Der Kreation einer neuen Weinart, dem Grünen Markgräfler. Basierend auf dem portugiesischen Vinho Verde, soll der Grüne Markgräfler maximal 10 % Alkohol-Volumen aufweisen, trocken ausgebaut, ohne Zuckeranreicherung vergoren werden und feinperlige Kohlensäure enthalten. Als Rebsorte ist der Gutedel zur Herstellung eines solchen Weines prädestiniert, da die ausgereiften Trauben ohne Anreicherung etwa einen Alkoholgehalt von 10% Vol. in die Flasche bringen.

Gestern unterhielt ich mich mit Daniel Feuerstein vom gleichnamigen Weingut über das Projekt und probierte bei dieser Gelegenheit den ersten auf den Markt gekommenen Grünen Markgräfler. Feuerstein ist Biowinzer und produzierte in Pionierarbeit etwa 1.500 Flaschen (mit Drehverschluss) des Jahrgangs 2007, von denen er nach gut 2 Wochen schon die Hälfte abgesetzt hat. Besonders in der Gastronomie und bei Privatkunden ist die Nachfrage hoch.
Meine Verkostungsnotiz: Der 2007-er Grüner Markgräfler (4,90 € ab Hof) kommt sehr jugendlich, spritzig und frisch daher. Das ist Sommer-Brause für Erwachsene. Für Gutedel typische, fein-nussige Aromen, grüner Apfel, ein Hauch Ananas und Hefe, perfekte Säure-Restzucker-Balance. Die Kohlensäure ist der Clou an der Sache. Die ist bis an die Grenze der erlaubten Dosis bei Stillwein zugesetzt und trägt wesentlich zum frischen Eindruck des Grünen Markgräflers bei. Extrem gut geraten, ein toller Stoff für laue Sommerabende!
Ich glaube sehr an den Erfolg der Idee und denke, dass bald weitere Weingüter dem Beispiel Feuersteins folgen werden. Der Grüne Markgräfler ist ein idealer Sommerwein und dürfte dem Trend zu leichteren Weinen mehr als gerecht werden. Für den Gutedel und das Markgräflerland ist das eine Riesenchance.




10. Dezember 2008 um 09:44
[...] Erfolgsgeschichte des Grünen Markgräflers geht weiter. Der Winzer Daniel Feuerstein leistete mit der Produktion von 1.500 Flaschen vom [...]
22. April 2009 um 10:08
[...] das Projekt Grüner Markgräfler berichtete ich im letzten Jahr schon hier und hier. Eine Gruppe von neun Weingütern aus dem Markgräflerland produziert diesen [...]