Weinrallye #6: Turmbau mit Sekt
Der um 1340 unserer Zeitrechnung vollendete Turm des Freiburger Münsters ist einst vom Kunsthistoriker Jacob Burckhardt als “Schönster Turm auf Erden” bezeichnet worden. Da ich nun mal kein Freund von Superlativen wie “Größter”, “Höchster”, “Schnellster” oder “Bester” bin, lege ich mich nur soweit fest, dass der Turm und das Münster sicher zu den beeindruckensten architektonischen Meisterwerken in Deutschland gehört. Wie durch ein Wunder überstand das Gebäude einen vernichtenden Bombenangriff auf die Stadt am 27. November 1944 fast unbeschadet, während die umgebenden Gebäude weitgehend in Schutt und Asche lagen.

Der Münsterturm mit einem schicken Hut aus Baugerüsten
Der Zahn der Zeit nagte allerdings wesentlich gründlicher an dem Baudenkmal. Im Sommer 2005 löste sich ein Maßwerkteil aus dem Turm und stürzte in die Tiefe. Die auf breiter Basis gegründete Initiative Wir bauen mit! versucht nun die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen, um die notwendigen Arbeiten am Münsterturms zu ermöglichen. Auch mit dem Kauf und Genuss von Sekt kann man nun einen Beitrag zum Erhalt des Bauwerks leisten. Das Staatsweingut Freiburg & Blankenhornsberg startete am vergangenen Wochenende den Verkauf des “Freiburger Pinot Brut”, auch kurz Münstersekt genannt. 3 Euro des Flaschenpreises (€ 13,50) gehen an die Münsterbauhütte zur Sanierung des Münsterturms, die nun schon seit fast 2 Jahren in vollem Gange ist.

Hoch über den Dächern der Stadt: Münstersekt im Münsterturm
Die Weißburgunder-Trauben für den Grundwein stammen aus den steilen Südlagen des Freiburger Schlossberges und wachsen dort auf Gneisverwitterungsboden. Der Sekt wird mittels klassischer Flaschengärung hergestellt und reift somit mindestens 9 Monate auf der Hefe.
Im Glas präsentiert sich der Freiburger Pinot Brut blassgelb mit bronzenen Reflexen. Die hefig-fruchtige Nase animiert zum ersten Schluck. Sehr weich im Mund, fast buttrig. Deutlich mineralische Noten (Feuerstein). Gelbfleischiges Kernobst in rauen Mengen. Die gut ausbalancierte Dosage und die feine Perlage machen das prickelnde Vergnügen perfekt. Und das ist der springende Punkt! Der Genuss eines guten Schaumweins soll Vergnügen bereiten. Und daran mangelt es den allermeisten, viel zu oft auf minderwertigem Lesegut basierenden Masseprodukten.
Zur Verkostung habe ich Baguette und eine feine, getrüffelte Leberpastete gereicht, die ein beispielhaft gelungenes Bündnis mit dem Münstersekt einging. Der Jahreswechsel kann kommen!



