Licht und Schatten in Montepulciano
Ein vor zwei Wochen verkosteter Vino Nobile di Montepulciano der Azienda Agricola La Bandita e Lunadoro wollte mir wegen seiner extremen Barrique-Lastigkeit nicht gefallen. Jetzt habe ich mir den “einfacheren” Rosso vorgeknöpft. Der Wein ist aus den Rebsorten Prugnolo Gentile (Eine Spielart des Sangiovese), Caniaolo, Mammolo und Merlot gekeltert.

Die Farbe im Glas ist ein fast undurchdringliches Schwarzrot. In der Nase Leder, Veilchen, schwarze Trüffel und etwas moosbewachsenes Unterholz. Sehr dicht und komplex im Mund, eine präsente und zugleich sehr angenehme Säure, kräftiges und leicht süssliches Tannin. Der Rosso dürfte sich mit zunehmender Reife noch positiver entwickeln. Auch wenn das Rückenetikett wieder von “Rovere franchese” (Französische Eiche) spricht, ist das Holz nur im Hintergrund zu spüren. Er lagerte im Gegensatz zum großen Bruder Vino Nobile auch nicht in kleinen neuen Barriques, sondern in großen 3000 l Fässern. Der kleine Rosso ist für mich der klar größere Wein. So leuchten Mond und Sterne wieder über den toskanischen Hügeln.



