Bio-Riesling mit konventionellem Curryhuhn
Mein Beitrag zur dritten Austragung der
, ausgerufen vom Viva-Vino-Blog, führt an die Saar. Deren Qualitätsweine dürfen seit diesem Jahr nach einem Beschluss des Deutschen Weinbauverbandes ja nur noch unter dem bestimmten Anbaugebiet “Mosel” vermarktet werden. Auf der von mir erworbenen Flasche vom Weinhof Herrenberg (Prima Website!) ist die Saar noch deutlich präsent:” Mosel-Saar-Ruwer” prangt auf der Rückseite des Etiketts.

Den Gutsriesling “Loch” erstand ich für 9 Euro 50 im O-Ton, einem Jazz-Laden in der Freiburger Innenstadt. Neben den guten alten Schallplatten, CD´s und DVD´s führt der symphatische Inhaber Andreas auch ein feines wie kleines Weinsortiment. Hauptsächlich Weine aus der Region und Bioweine aus Deutschland. Hier wurde ich auch schon auf den Kronkorken-Verschluss des Rieslings aufmerksam gemacht. Bei Wein ist das für mich eine Premiere. Das Öffnen der Flasche erforderte dann überraschenderweise ein ganzes Stück Arbeit, die einzelnen Schritte zum Erfolg habe ich hier dokumentiert:


Ich stelle mir einen Sommeliér im Restaurant vor, der mit stoischer Ruhe und ernsthaftem Gesicht die vier Schichten um den Flaschenhals entfernt. Für einen Ökowein auf jeden Fall ein mutiger Verschluss, als Freund von Alternativen zum Naturkork finde ich es aber gut, auch wenn ich den Longcap-Drehverschluss persönlich vorziehen würde. Zum Flascheninhalt: Intensives Strohgelb mit grünen Reflexen im Glas, zurückhaltende Mirabellennote in der Nase, sehr viel Power im Mund. Jung, frisch, saftig, kraftvoll und mineralisch, sehr dezente Frucht - etwas Papaya? Schön ausgewogenes Säurespiel. Mal sehen, ob der Wein mit dem Curryhuhn mithalten kann.
Das ist ein schnelles Gericht aus der von mir sehr geschätzten euro-asiatischen Küche: Ein paar Stunden vor dem geplanten Mahl eine kleine Tasse Sultaninen in starkem schwarzem Tee einweichen. Basmatireis in einem Topf mit Salzwasser aufsetzen und gar dämpfen. In einer Pfanne gut gesalzene Hühnerbrüste von jeder Seite etwa 5 Minuten lang scharf anbraten. Ich flambiere anschließend mit Calvados - mit größter Vorsicht und trotzdem ereilt mich beinahe das gleiche Schicksal wie unlängst dem Angehörigen der Feinschmeckerbande. Aber der Duft, der sich nun in der Küche ausbreitet … hmmmm, einmalig!

Huhn in Flammen
Die gefahrlose Alternative ist eine spätere Zugabe des Calvados direkt in die Sauce. Jetzt die Hühnerbrüste flink in Alufolie wickeln und warm stellen. Einen Becher Sahne sowie etwas Hühnerbrühe in die Pfanne geben und einen Esslöffel rote Currypaste einrühren. Die vom Tee getrennten Rosinen dazugeben und ein wenig einkochen. Mit Muskat und Salz abschmecken und eine Handvoll blättrige Mandeln einrieseln lassen. Das Fleisch packe ich nun wieder aus und serviere mit dem Reis, den ich zuvor in eine angefeuchtete Tasse spachtelte und jetzt auf den Teller stürze.

Nun einen Schluck Wein zum Huhn. Ja, es funktioniert. Eine Spätlese mit ausgeprägterer Frucht ist für das Zusammenspiel der Aromen aber sicher noch vorteilhafter. Curry, Rosinen und Mandeln benötigen einen Gegenspieler mit besonders ausgeprägtem Charakter. Der bemerkenswert vitale Loch-Riesling macht aber mächtig Trinkspaß und ist zu vielen (leichter gewürzten) Fischgerichten bestimmt eine gute Wahl.




15. September 2009 um 22:50
[...] Schlipf kommt mit ordentlich Power daher. In schwarzen Tee eingelegte Rosinen (bei mir beliebt im Hühnchen-Curry), Kakao, Waldboden und Leder sind die Noten, die sich via gustatorischer, trigeminaler und [...]