Weinrallye: Etappe Mallorca - Wein von Deutschlands liebster Insel
Im äußerst sympathischen Freiburger Weinladen in der Wiehre wurde ich fündig auf der Suche nach einem besonderen Inselwein. Eine Flasche Butibalausi Crianza, Jahrgang 2003, vom Weingut Can Majoral wechselte somit für € 9,95 den Besitzer.
Auf der Baleareninsel Mallorca werden rund 2500 Hektar Reben kultiviert, aus denen durchschnittlich 40.000 hl Most gekeltert wird. Das entspricht circa 0,8 Promille der spanischen Weinerzeugung. Can Majoral füllt jährlich rund 35.000 l in Flaschen, damit gehört das Weingut eher zu den kleineren Erzeugern auf Mallorca. Seit ein paar Jahren gibt es einen regelrechten Boom auf der Insel, alleine im Jahr 2005 entstanden 22 neue Weingüter, einige davon auch mit deutscher Beteiligung.
Der Butibalausi wurde gekeltert aus den biologisch angebauten autochtonen Rebsorten Callet und Mantonegro, sowie Ull de Llebre (balearische Bezeichnung für Tempranillo), Syrah und Cabernet Sauvignon.

Dazu fischte ich mir ein Rezept für das mir passend erscheinende Mahl aus dem Internet, den balearischen Lammeintopf “Caldera extrena”. Ich habe die Rezeptur des Gerichts etwas modifiziert, statt Gemüsebrühe verwende ich frisches Gemüse, sorge so für zusätzliche Vitamine und hebe auch die starke Fleischlastigkeit damit etwas auf.
Folgende Zutaten wanderten in den Schmortopf: 500 g Lammfleisch aus der Schulter, 250 g. Lammleber, 200 g. schwarze Oliven, 1 Zwiebel, 1 Chilischote, 2 rote Parikaschoten, 3 dicke Möhren, 1 halbe Sellerieknolle, 7 Knoblauchzehen, Olivenöl, 1 Glas Rotwein, 1 El Essig, Sherry, 1 Scheibe trockenes Weißbrot, Thymian, 1 Lorbeerblatt, 1 Bund glatte Petersilie, Pfeffer und Salz. Dazu passen prima: Salzkartoffeln.
Vamos. Die Lammschulter von Haut und Sehnen befreien und in mundgerechte Stücke schneiden, idealerweise hat der Metzger dies schon erledigt. Die Möhren und den Sellerie putzen und grob würfeln. Alles zusammen in einem Schmortopf mit Olivenöl anbraten.

Mit dem Rotwein ablöschen. Das Brot und eine Paprikaschote zerkleinern. Zusammen mit der Chilischote, dem Thymian und dem Lorbeerblatt in den Topf geben. Mit Wasser soweit auffüllen, das die Zutaten gerade bedeckt sind. Jetzt das Ganze 30 Minuten auf kleiner Flamme schmoren lassen.
Derweil den Knoblauch mit der zerkleinerten und enthäuteten zweiten Paprikaschote (Tipp: die halbierten Schoten kurz unter die Grillschlange des Ofens legen, dann läßt sich die Haut leicht abziehen) und dem Essig in einem Mörser zerstoßen und anschließend in den Bräter geben. Die Oliven dazugeben und mit Sherry abschmecken.

Die Zwiebel klein hacken und die Leber mundgerecht zerteilen. In einer Pfanne schön von allen Seiten anbraten und anschließend in den Schmortopf geben. Nun den Eintopf weitere 30 Minuten schmurgeln lassen. Jetzt nur noch die Petersilie hacken, den Topf vom Feuer nehmen und mit Salzkartoffeln servieren. Buen apetito!
Nun aber tauche ich meine große Nase tief ins Weinglas. Nelke und Kakao. Dunkelrote Farbe, ins rostbraun tendierend. Leicht süße Frucht, Feige? Sehr kräftige, adstringierende Tanninstruktur, sehr derb. Kaum Länge.

Gleich und Gleich gesellt sich ja gerne. In dem Sinne ist der Butibalausi zum deftigen Eintopf durchaus der richtige Partner, ein leichteres Essen wäre wohl der Gerbstoffdominanz des Balearen zum Opfer gefallen. Insgesamt überzeugte mich der Eintopf aber mehr als die rote Crianza, einfach wunderbar kräftig-würzige Landküche.



